Lieben, was ist?
Wenn ich heute die wichtigste Erkenntnis meines bisherigen Lebens formulieren müsste, dann wäre es diese: Der Wirklichkeit zu begegnen, wie sie ist. Hinzusehen und anzuerkennen, was sich zeigt – unabhängig davon, wie vertraut, irritierend oder unbequem es sich zunächst anfühlt. Weil sich Wirklichkeit nicht überlisten lässt.
Ich war in vielen Welten unterwegs: Geografisch habe ich weltweit Länder bereist und bin in unterschiedliche Kulturen und Lebensrealitäten eingetaucht. Beruflich war ich Zeitsoldat in einer Spezialeinheit der Bundeswehr, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität sowie Berater und interner Personaler in der Wirtschaft – in Branchen wie Versicherung, Mobilfunk und Beratung.
Was all diese Reisen gemeinsam haben: Ich musste mich orientieren, einlassen, zuhören, verstehen und habe dabei immer wieder neu entdeckt, wie unterschiedlich Welt aussehen kann.
Und das tue ich mit Freude und Neugier bis heute. Es prägt die Art, wie ich mit Menschen, Teams und Organisationen arbeite: kontextsensibel, zuhörend und mit Respekt vor ihren jeweiligen Wirklichkeiten.
Meine persönliche Entwicklung ist eng mit der Vielfalt der Kontexte verbunden, in denen ich gearbeitet habe.
Als Soldat habe ich Disziplin, Hingabe und persönliche Überwindung im Dienst eines Auftrags erfahren. Ich habe erlebt, wie unterschiedlichste Menschen zu Teams werden, die sich aufeinander verlassen und auch unter Druck handlungsfähig bleiben. In der Wissenschaft habe ich gelernt, Annahmen transparent zu machen, präzise zu arbeiten und Schlussfolgerungen nachvollziehbar zu begründen. Und für mich verinnerlicht: Man kann sich der Wahrheit nur annähern. In der Wirtschaft habe ich erlebt, wie facettenreich Leistungsoptimierung gestaltet werden kann und wo sie an Grenzen stößt. Etwa dann, wenn kein Potenzial mehr erschließbar ist oder die Frage nach Sinn in den Vordergrund rückt.
Alle diese Welten hatten ihre Gewissheiten und blinde Flecken. Nicht alles war stimmig für mich, manches ist es bis heute nicht. Aber dort, wo mich Unterschiede irritiert haben, habe ich oft eine innere Stimmigkeit entdeckt.
Diese Erfahrung hat meinen Blick geweitet – und sie begleitet mich bis heute. Sie macht mich freier im Urteil und beweglicher im Denken.
Zu Beginn meiner Karriere galt mein Herzblut vor allem der Sache – Aufgaben, Vorhaben und Verantwortung, denen ich mich mit ganzer Hingabe widmete. Mit der Zeit entdeckte ich meine Leidenschaft für die Arbeit mit Menschen. Gleichzeitig wurde mir bewusst, wie selektiv und wertend mein Blick oft war.
Ich begann, mich mit meinen Prägungen auseinanderzusetzen. Zu erkennen, wo ich vorschnell urteilte und meine Offenheit für das, was ist, zunehmend verlor. Heute halte ich dadurch mehr aus – bei anderen und bei mir selbst. Auch Zweifel, Widerstände und Schattenseiten.
Herzvoll zu arbeiten heißt für mich heute, Menschen, Teams und Organisationen ernst zu nehmen – mit dem, was sie bewegt und mitbringen. Sie werden von mir gesehen, nicht nur verstanden. Nicht geschont, aber auch nicht bloßgestellt. Ihre Würde bleibt gewahrt, auch wenn es um schwierige Wahrheiten geht.
Früher bedeutete Commitment für mich vor allem Durchhalten, Verantwortung tragen und mich mit einer Aufgabe zu identifizieren. Ich blieb, weil man bleibt. Und weil Leistung, Loyalität und Verlässlichkeit für mich hohe Werte waren.
Mit der Zeit habe ich verstanden, dass starres Festhalten Entwicklung verhindert. Commitment heißt deshalb für mich heute, mich verbindlich einzulassen, aber nur solange es sinnvoll ist. Diesen Punkt zu definieren, ist nicht immer leicht und selten eindeutig. Es verlangt Abwägung zwischen Verantwortung, Selbsttreue und den realen Bedingungen.
Ich verpflichte mich klaren Zielen, Aufträgen und einem gemeinsamen Prozess, der lernend mit der Realität umgeht. Ich bleibe dran, wenn es unbequem wird und gehe ins Gespräch, wenn ein Weg nicht mehr zu tragen scheint. So entsteht Raum für Entwicklung – mit klarer Richtung und zugleich Offenheit für Neues, wenn es die Situation verlangt.
Berufliche Spannweiten
30+ Jahre Expertise.
Methodische & theoretische Fundierung
Meine Arbeit verbindet systemische, integrale, entwicklungspsychologische, humanistische und phänomenologische Ansätze.
Erworben und vertieft durch Aus- und Weiterbildungen, Supervision und Selbsterfahrung.
Systemischer Berater (isb Wiesloch) · Systemischer Coach (DBVC-konform) · Systemische Organisationsentwicklung und Changemanagement, sowie Masterprogramm Professions-, Organisations- und Kulturentwicklung (isb Wiesloch) · Integrale Organisations- und Strukturaufstellungen (Rolf Lutterbeck) · Ich-Entwicklungsprofil (Dr. Thomas Binder) · PSI-Kompetenzberater (Prof. Kühl), inkl. TOP/EOS-Diagnostik · Personenzentrierte Beratung (GwG) · Kommunikationspsychologie und Gruppenleitung (Prof. Schulz von Thun) · U-Prozess (MIT) · NLP Practitioner (DANLP)· Fernstudium Personalreferent (AFW Bad Harzburg)